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Hi
Hallo ich bin Richard und möchte hier meine Kunst veröffentlichen, die ich mit Hilfe eines Computermalprogrammes produziere. Ich habe eine Infantile Cerebral Parese und male und schreibe leidenschaftlich gerne, um mich auszudrücken.


Italien 2020 -
Krisen überwinden

Das innere Gleichgewicht zu schätzen gelernt, habe ich mit Corona. Das Virus hatte meinen Körper so gestresst, dass meine Spastik massiv angestiegen war und ich durch den hohen Muskeltonus nicht zur Ruhe kam. Ich war immer auf 180 und war sogar nicht mehr in der Lage einzuschlafen. Immer wenn ich in den Schlaf gleiten wollte, schoss meine Spastik ein und ich war wieder wach.
Das ging dann soweit, das ich irgendwelche Schlafmittel und Muskelrelaxanzien nehmen musste, welche meine ganze Psyche in Mitleidenschaft gezogen haben. Leider wussten die Ärzte, die helfen wollten, auch nicht so recht weiter und probierten viele Medikamente an mir aus, die aber alle eine Menge Nebenwirkungen hatten und ich teilweise nicht mehr meinen Körper kannte.
Musik und das Schreiben haben mich wieder geerdet und ich habe vor allem gelernt, was echte Freunde sind, die einen Menschen, der am Boden ist wieder aufrichten. Leider sind vermeintlich enge Freundschaften auch zerbrochen, weil der tragende Teil (Ich) weggebrochen ist.
Krisen sind dazu da, um zu wachsen, was ich glaub bin.
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Muster

Muster im Kopf sind
Mauern die verdecken
die Welt klein halten
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Ein Gedanke in der Natur

Die Welt legt eine warme Decke auf meine Gestalt. So wie ich die Natur betrachte, weiß ich: „Hier möchte ich behütet alt werden.“ Und zwar ohne, dass Ares sein Lied unermüdlich singt und das der Virus „Mensch“ Mutter Erde zu Grunde richtet.
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Hinter dem Blau

Photo by Ricardo Esquivel on Pexels.com Hinter dem Blau
Das blaue Meer flüstert mir Sehnlichkeit ins Ohr,
Denn ich weiß, dass ich Dir ewige Treue schwor.Dies geschah in stillen Momenten,
in denen ich Dich hielt mit warmen Händen.Dann warfst Du mit Genuss die Augen nieder,
Und sagtest: ich komme wieder!Jetzt warte ich voller Sehnsucht,
Auf Dich in einer wellenumarmten BuchtRP
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Kummer (Haiku)
Kummer
Herzschmerz gegeben,
wenn große Liebe verlässt.
Deine Seele jetzt. -
Kakophonie
Klopfende Bässe wummern auf der Baustelle.
Anwohner rücken den Arbeitern wütend auf die Pelle.
Kann mal einer leise hämmern!, schreien diese.
Oberstübchen, wünscht sich auf eine stille Wiese.
Photosynthese geschieht nämlich leise.
Hämmern und Geschrei halten leider ab von der Traumreise.
Ohren sausen.
Niemand hört mich draußen.
Ich schrei es so laut wie nie.
Es ist eine Kakophonie! -
Neue Lebensabschnitte
Ich sitze hier in einem fast leeren Zimmer. Es ist wie, als würde ich durch ein kleines Stück Tunnel auf eine andere Vision meines Lebens blicken. Neue Wohnung, neue Leute und neue Herausforderungen.
Immer wenn eine solche Veränderung ansteht, schrecke ich häufig erstmal zurück und muss mich zunächst mit der neuen Situation anfreunden, wie mit einem Fremden. Fragen werden gestellt wie: „Wer bist Du?“ oder „Was möchtest Du? Wohin willst du mit mir?“
Vielleicht hat man auch erst den Drang, das Neue wegzuschieben und am liebsten die Augen zuzumachen. Doch mit der Zeit kommt dann die Erkenntnis, dass die neuen Lebensumstände zur Normalität geworden sind.
Ja, vielleicht auch zu einem neuem Freund.
Ich hoffe, das wird auch jetzt so sein!
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Bittersüße Wirklichkeit
Heute erschien im Geest-Verlag eine Anthologie mit dem Titel „Bittersüße Wirklichkeit. Die insgesamt zwei Bände erzählen von den Bittersüßen Wirklichkeiten von rund 250 Autoren mit einem Handicap (inklusive mir).
Das Buch sei wie ein „bunter Strauß Blumen“, sagte der Herausgeber Alfred Büngen auf der Premiere am 1.Mai.
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Das „Wer bist Du?“
Eine Eule schaut mich schräg durchs Fenster an. Der Blick ist eine Frage. „Wer bist Du denn?“, scheint er zu flüstern. Dann breitet das Tier die Flügel aus und schwebt förmlich davon. Auch wenn das Glas des Fensters den Schall abfängt, meine ich, das Rauschen der Flügel zu hören.

Jetzt sitze ich jeden Tag auf meinem blauen Stuhl und starre den Himmel an. Halte Ausschau nach den schweren Schwingen und dem neugierigen Blick, den die Welt fast vollständig verloren hat.

Denn in dieser “ ich bin der Beste“ Gesellschaft bleibt das „Wer bist Du? :-)“ auf der Strecke.
Ein Flattern
Ein Rauschen
Mein Freund kehrt wieder.schaut mich an und flüstert mit Hilfe des Windes: „schön das Du da bist!“
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Weiß während Schwarz
Wassertropfenstürme blasen über das Land,
während Frühlingsblumen blühen nebenan.Dickes Menschenkind schwitzt,
während Poolkappe schmilzt.Das Erdengesicht ist Trauerschwarz verschleiert,
während die Menschheit das Leben feiert.
Aus dem Leben
